Die besten 48 Paare der Welt

Das waren die Worte des Turnierleiters, der die Weltmeisterschaft der Senioren II Standard am 5. Oktober 2019 in Toronto/Kanada moderierte. Andrea Simon-Dräger und Oliver Dräger vom TSC Telos waren dabei!

Nun aber der Reihe nach: Als im letzten Winter der Welttanzsportverband verkündete, dass die WM 2019 in Kanada stattfinden sollte, haben wir tatsächlich kurz überlegt, ob wir die Reise machen sollten oder nicht. Wir haben uns dafür entschieden und sind vom 2.-7.10. nach Toronto geflogen, um sowohl an der WM teilzunehmen als auch an einem Weltranglistenturnier am Folgetag.

Der Hinflug am Mittwoch war entspannt, die Lufthansa hat uns in etwas mehr als 8 Stunden von Frankfurt nach Toronto gebracht, dort haben wir einen Mietwagen in Empfang genommen und das Veranstaltungshotel im Vorort Markham angesteuert.

Donnerstags war Tag der Deutschen Einheit, was dazu führte, dass wir einen Tag weniger Urlaub nehmen mussten. In Kanada hatten wir uns vorgenommen, einkaufen zu gehen. Markenkleidung ist dort einfach günstiger als zuhause, und so sind wir mit leeren Taschen in die Innenstadt gefahren und mit vollgepackten wieder zum Hotel zurückgekehrt. Abendessen in einem Burger-Lokal – lecker!

Für Freitag hatten wir uns mit Birgit und Carsten Spengemann vom TSC Metropol Hofheim verabredet: Die beiden brachten ihren Sohn Moritz mit nach Toronto, und wir sind zu fünft zu den Niagara-Fällen an der Grenze zu den USA gefahren und haben uns bei trockenem Wetter die imposanten Wasserfälle angesehen.

Am späten Nachmittag gab es die Gelegenheit, die Veranstaltungshalle zu besichtigen und etwas frei zu trainieren, was wir gemacht haben. Zum Abendessen ging es dann wieder in das Burger-Lokal, denn auf der Speisekarte waren mehrere Alternativen aufgelistet, die es zu probieren galt.

Moritz (16jähriger expliziter Nichttänzer) hat beim Abendessen klar die Aufgaben verteilt: Die Tanzmänner müssen einfach alles richtig machen, und die Tanzfrauen sollen den Rest einfach weglächeln. Wir haben viel gelacht!

Am Samstag dann der große Auftritt bei der Weltmeisterschaft. Mittags um 12:30 Uhr startete die Vorrunde mit insgesamt 79 Paaren. 36 sollten sich direkt für die Runde der besten 48 qualifizieren, und es war abzusehen, dass es für uns auf dem direkten Weg schwierig würde. Für Carsten und Birgit sah es nach unserer Meinung besser aus, aber auch dieses Paar musste den sogenannten Redance tanzen, also die Runde der verbliebenen 43 Paare, von denen sich noch 12 Hoffnung auf die restlichen Plätze in der 48er-Runde machen konnten.  12 Kreuze verteilt auf 5 Startgruppen bedeutete, dass es pro Gruppe 2 bis 3 Kreuze gab – viel schlechter kann die Quote eigentlich nicht sein. Wir haben alles reingelegt, was ging. Der Kopf blieb schön links, die Arme blieben schön oben, und alles, was nicht zu 100% funktioniert hat, hat Andrea einfach weggelächelt – ganz so wie vom Interimstrainer Moritz bestellt.

Sowohl die Spengemanns als auch wir sind durch den Redance gekommen und wurden für die Runde der besten 48 Paare aufgerufen. Die besten 48 Paare der Welt – stolzer kann man kaum sein, wenn der Turnierleiter einen mit diesen Worten begrüßt! Diese Runde war dann unsere Spaßrunde, sie lief ebenfalls ziemlich gut, und wir haben das Turnier auf Platz 41 beendet.

Nach einer kurzen Rückkehr zum Hotel fuhr die 5er-Truppe wieder in die Veranstaltungshalle, um die verbliebenen drei deutschen Paare im Semifinale anzufeuern. Eines der Paare hat es ins Finale geschafft – unsere Trainingskollegen Thorsten Zirm und Sonja Schwarz vom TSZ Blau-Gold Casino Darmstadt haben sensationell gut getanzt. Zur Siegerehrung stieg die Spannung ins schier unermessliche: Welchen Platz würden die Darmstädter wohl erreichen? Als nur noch zwei Paare „ungeehrt“ am Flächenrand standen und der Turnierleiter Platz 2 an ein sehr gutes kanadisches Paar vergab, kannte die Freude keine Grenzen mehr. Thorsten und Sonja sind die neuen Weltmeister der Senioren II. Ein toller Abend ging mit einem 5er-Abendessen in besagtem Burger-Lokal, in dem es auch ganz hervorragende Spare Ribs gab, zu Ende.

Sonntags wurde erst einmal ausgeschlafen. Familie Spengemann trat ihren Urlaub an, und wir fuhren am Nachmittag noch einmal in die Veranstaltungshalle zum Weltranglistenturnier. Dort qualifizierten wir uns klar für die Runde der besten 24 und wurden in der Endabrechnung mit Platz 19 verabschiedet. Eine hervorragende Ausbeute an Ranglistenpunkten. Und zum Abendessen gab es dieses Mal hervorragendes Sushi, denn drei Mal Burger-Lokal hintereinander hat uns dann auch gereicht.

Montags dann noch ein kleiner Ausflug auf die vorgelagerten Inseln „Toronto Islands“ mit tollem Blick auf die Skyline, nachmittags dann der Aufbruch zum Flughafen und über Nacht auf Dienstag der Heimflug nach Frankfurt. Dass wir in Frankfurt etwas übermüdet fast eine Stunde auf die Koffer warten mussten haben wir dann mal weggelächelt.

Was bleibt? Die Erinnerung an ein hervorragend organisiertes Wochenende – der Saal war bestens für eine Weltmeisterschaft präpariert, Musik und Ton sehr gut, auch das Veranstaltungshotel prima. Und an gutes Tanzen, welches wir bei den nächsten Turnieren gerne wiederholen möchten. Die Reise hat sich gelohnt!

Fotos: Moritz Spengemann / Oliver Dräger